Zierenberger Märchen: Der Schatz im Krambühl

Zwischen Zierenberg und dem Dörnberg liegt ein kahler Hügel, der Krambühl genannt. Als der Schafhirt von Zierenberg eines Abends seine Wohnung verließ, um die Nacht bei seiner Herde zuzubringen, gewahrte er plötzlich in der Nähe des Krambühls eines Frau, die ihm winkte, zu ihr herüber zu kommen. Schweigend deutete die Frau auf den Hügel. Der Schäfer verstand den Wink, nahm seine Schippe und fing an, den Boden umzugraben. Es dauerte nicht lange, und er hatte einen Kessel voller Goldstücke freigelegt. Groß war seine Freude, als ihm die Frau zu verstehen gab, dass er den Kessel samt Goldstücken mitnehmen und behalten könne. Der Kessel war jedoch so schwer, dass er ihn nicht allein heben konnte. Schon wollte er entmutigt die Arme sinken lassen, da raffte er noch einmal zu einem letzten Versuch all seine Kräfte zusammen und hob den Kessel von der Stelle. Wegen der großen Anstrengung glitt ihm aber ein ächzendes "Hilf Gott" über die Lippen, und schon stand er allein im Abenddunkel: Kessel, Grube und Frau waren verschwunden.
Später hat er oft mit der Hacke den Boden aufgewühlt, aber nie fand er wieder die Spur von dem Kessel.


Quelle: Sagen und Geschichten aus Nordhessen von Weser, Diemel und Fulda, zusammengestellt von Eberhard Michael Iba, 1990, Verlag CW Niemeyer Hameln
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