Zierenberger Märchen: Der Schatz der Schartenburg

In der Schartenburg bei Zierenberg sollen noch ungeheure Schätze liegen. Drei Männer aus Zierenberg, die während des Dreißigjährigen Krieges ihr ganzes Vermögen verloren hatten, trafen sich und beschlossen diese Schätze zu bergen.

Im Schlosshof fällten sie zwei Bäume und zimmerten daraus, so gut es ging, eine Leiter, mit deren Hilfe sie die Schätze in einem der Schlosstürme bergen wollten. Es wurde ausgelost, wer von den Männern zuerst in den Turm steigen sollte, und die Wahl fiel auf den mutigsten. Das Unternehmen begann, und einer der Männer befestigte einen Strick um seinen Bauch, so dass er sich an ihm in den Turm herablassen konnte. Lange schaute er in ein tiefes, finsteres Loch hinunter, horchte, ob sich dort nichts rege, und wandte sich dann ziemlich verstört an seine Kameraden. Er war plötzlich ängstlich geworden und wollte lieber ein armer Tagelöhner bleiben, als in diesen Turm zu steigen. Auch den beiden anderen erging es nicht viel besser, und so kehrten sie unverrichteter Dinge wieder nach Zierenberg zurück. Den Schatz, nach dem sie suchten, ließen sie auf der Burg zurück.


Quelle: Sagen und Geschichten aus Nordhessen von Weser, Diemel und Fulda, zusammengestellt von Eberhard Michael Iba, 1990, Verlag CW Niemeyer Hameln
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