Zierenberger Märchen: Wie die Stadt Zierenberg entstand

Ansicht von Zierenberg (Merian) Über dem Tal der Warme erheben sich in der Nähe der Stadt Zierenberg der kleine und der große Gudenberg. Einst standen auf den Gudenbergen stolze Burgen. Auf der oberen Burg lebten der Herr Grope von Gudenberg und seine wunderschöne Frau. Auf der unteren Burg wohnte der Herr Eckhard von Gudenberg, der die Frau Grope zu seiner Geliebten machte. Alle Ermahnungen des Herrn Grope von Gudenberg halfen nichts, die beiden Liebenden wollten sich nicht trennen. Nun fasste der Herr Grope von Gudenberg in seiner Verzweiflung einen furchtbaren Entschluss. Er beschloss, sich wegen dieser Untreue bitter zu rächen.
Schon lange hatte der Landgraf Heinrich von Hessen die beiden Burgen belagert, doch konnte er sie nicht erobern. Bei einer erneuten Belagerung der beiden Burgen half ihm der Grope von Gudenberg, sich der Burg zu bemächtigen. In die Mauer seiner eigenen Burg brach er ein Loch, durch das der Landgraf und seine Söldner in das Innere der Burg gelangen konnten. Die obere Burg wurde zerstört, und nun war es für den Landgrafen einfach, auch die untere Burg zu erobern. Da die Einwohner der umliegenden Dörfer dem Landgrafen bei der Eroberung der Burgen treue Dienste geleistet hatten, schenkte er ihnen aus Dankbarkeit das Gelände um den Bärenberg und die beiden Gudenberge. Die Bewohner der Dörfer verließen ihre Orte und errichteten am Osthang der Gudenberge eine neue Siedlung. Es entstand die Stadt Zierenberg, für deren Erbauung die Steine der zerstörten Burgen verwendet wurden.


Quelle: Sagen und Geschichten aus Nordhessen von Weser, Diemel und Fulda, zusammengestellt von Eberhard Michael Iba, 1990, Verlag CW Niemeyer Hameln
Tourist-Info-Zierenberg