Zierenberger Märchen: Die weiße Frau

Schlüsselblume Auf dem Schartenberg liegt die Ruine der Schartenburg. Nur der Turm ist noch erhalten, doch ist an Mauerresten, Gräben und Wällen im Wald die einstige Größe dieser Doppelburg noch gut zu erahnen.
Vor langer Zeit, als die Burg schon nicht mehr bewohnt war und zu zerfallen begann, lagerte an einem Frühlingsmorgen ein Schäfer mit seiner Herde am Hang unterhalb der Burg. Er war unverschuldet in Armut geraten und dachte nun traurig über sein Schicksal nach, als plötzlich eine weiß gekleidete Jungfrau vor ihm erschien. Sie sagte: "Geh mit mir in den Berg, dort erwarten Dich große Reichtümer. Zuvor mußt Du aber eine schöne Blume brechen. Diese sollst Du mit in den Berg nehmen und nicht loslassen, denn sie ist das Wertvollste."
Der Schafhirte tat, wie ihm die Jungfrau geheißen. Er pflückte eine kleine Blume, die er vorher noch gar nicht bemerkt hatte und folgte der Jungfrau in den Berg, der sich vor ihnen auftat. Da lagen Berge von Gold vor ihm. Die Jungfrau sagte, er dürfe davon nehmen, soviel er wolle. Der Schäfer stopfte sich die Taschen mit Gold voll.
Vor lauter Freude über den unverhofften Reichtum dachte er aber nicht mehr an die Anweisung der weißen Frau. Er vergaß das Blümlein und trat mit seinen Schätzen aus dem Berg heraus. Da schloß sich mit einem Krachen der Berg. Jungfrau und Gold waren verschwunden und er war wieder nichts als ein armer Schäfer. Wer aber gut aufpaßt, kann vielleicht an einem schönen Frühlingstag das kleine Blümchen finden...


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